Anti-Stigma Kampagne Mecklenburg-Vorpommern

Für mehr Offenheit. Für mehr Teilhabe. Gegen Vorurteile.

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Der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. initiierte 2016–2017 mit Förderung von Aktion Mensch eine landesweite Anti-Stigma-Kampagne zur Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Die Kampagne wurde trialogisch entwickelt und umgesetzt – gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen, Fachkräften sowie Partner*innen aus Politik und Verwaltung.

Der besondere Schwerpunkt liegt auf dem Thema Teilhabe am Arbeitsleben.

Warum Anti-Stigma-Arbeit so wichtig ist

Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet. Etwa jeder dritte Mensch ist im Laufe seines Lebens direkt oder indirekt betroffen.

Trotzdem erleben viele Betroffene Vorurteile, Ausgrenzung und Diskriminierung – insbesondere im Arbeitsleben. Aus Angst vor Stigmatisierung suchen viele Menschen zu spät oder gar keine Hilfe. Dies kann zu einer Verschlechterung oder Chronifizierung der Erkrankung führen.

Stigmatisierung hat weitreichende Folgen:

  • Sie untergräbt Selbstwert und Selbstwirksamkeit.
  • Sie erschwert soziale Teilhabe und berufliche Integration.
  • Sie betrifft oft auch Angehörige.
  • Sie kann – wie der Psychiater Asmus Finzen formulierte – „wie eine zweite Erkrankung“ wirken.

Im Zusammenhang mit Arbeit und beruflicher Teilhabe hat die Stigmatisierung negative Folgen. Denn Arbeit bedeutet nicht nur Einkommen, sondern steht auch für Anerkennung, Sinn, soziale Kontakte und Selbstverwirklichung. Genau deshalb haben wir den Fokus unserer Kampagne auf das Thema Arbeit und Teilhabe gelegt.

Was die Kampagne ausmacht

1. Öffentlichkeitsarbeit

In einer Arbeitsgruppe aus Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften wurden Plakate, Postkarten und eine separate Internetseite (bis 2026 noch online) entwickelt.

Die Motive zeigen Menschen mit psychischen Erkrankungen im Arbeitskontext und setzen gängige Vorurteile in einen neuen, ressourcenorientierten Rahmen.

Die Postkarten können hier frei als Druckdateien heruntergeladen und zur Weiterverbreitung genutzt werden.

2. Veranstaltungen & Begegnung

Begleitend zur Anti-Stigma-Kampagne fanden auch Informations- und Dialogveranstaltungen während des Förderzeitraumes statt. Die Veranstaltungen richteten sich unter anderem an:

  • Journalist*innen
  • Führungskräfte und Multiplikator*innen aus der Arbeitswelt
  • Fachkräfte
  • Betroffene und Angehörige

Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltungen war der direkte Austausch mit Menschen, die eigene Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen haben. Durch die Begegnung wurde beabsichtigt Vorurteile zu reduzieren und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Unsere Ziele und Erfolge

Die Kampagne wurde ursprünglich zwischen 2016 und 2017 mit folgenden Zielen entwickelt:

  • Wertfreie Aufklärung über psychische Erkrankungen und Stigmatisierung
  • Förderung von Selbstreflexion in Medien, Arbeitswelt und Fachpraxis
  • Vernetzung und Bündelung bestehender Initiativen
  • Entwicklung von Qualitätskriterien für Anti-Stigma-Arbeit

2018 wurde die Kampagne von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit dem DGPPN-Antistigma-Preis ausgezeichnet und 2021 vom Dachverband Gemeindepsychiatrie als Best-Practice-Beispiel in einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Broschüre zur Anti-Stigma-Arbeit aufgenommen.

In Zusammenarbeit mit dem „Expertenkreis zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz in Schleswig-Holstein“ konnte die Kampagne 2025 unter dem Motto “Einfach Mensch!” mit neuen Motiven weiterentwickelt werden.

Einen Fachartikel sowie ein Radiointerview zur Kampagne finden Sie hier:

Artikel zur Anti-Stigma-Kampagne M-V in der Psychosozialen Umschau

Hilfe & Unterstützung

Informationen zu Beratungs-, Behandlungs- und Unterstützungsangeboten finden Sie im
Psychiatriewegweiser Mecklenburg-Vorpommern.

Kontakt

Sie haben Fragen oder möchten sich beteiligen? Wir freuen uns über Ihre Nachricht? Kontaktieren Sie uns gerne über:

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V.

E-Mail: anke.wagner@sozialpsychiatrie-mv.de

Tele: 0381 8739423 3